( Adrienne Dupres & Tamara )

Bild

The Lover of the Night  –  Novel by Cindy Förster  – English Translation 08.05.2014 © by Nicoletta Iveta de Vries

Die Geliebte der Nacht

 

Der Vollmond verziert das dunkle Firmament, die Wolken leuchten hell und die Sterne strahlen klar in dieser sommerkühlen Nacht.

Ich sitze am Felsenrand der alten Burg Giebichenstein und genieße die wunderschöne Aussicht auf die,

sich langsam dahin schlängelnde, Saale.

Die Strömung spielt sanft mit dem Treibgut bis die Wellen es verschlucken, um es wenige Augenblicke später wieder an die Oberfläche zu führen.

Eine wundervolle Aussicht, die schon zu früheren Zeiten, Dichtersjünglinge und Maler anzogen, die Hymnen über diese schöne Handelsstadt schrieben und ihr Anblick in Öl bannte.

Heute tummeln sich hier vor allem aber Pärchen, die sich verliebt in andere Zeiten phantasieren; Touristen, die verzückt ihre Photoapparate in der Hand halten und nach Schnappschüssen Ausschau halten und neben den Studenten, gibt es noch viele andere Menschen, die hier einen Ort zum Entspannen finden oder ihren Entdeckerdrang nachgehen können. Jeder alte Baum, jeder einzelne Stein dieser Burg hat eine Geschichte zu erzählen, wenn man genau hinhört. Die Liebestragödie eines liebestollen Landgrafen; die blutgetränkten Böden mit den Tränen trauernder Frauen, um ihre Männer in der Grausamkeit des Kerkers; die beschwingten Tanzschritte junger Adeliger auf dem Parkett in einer bunten Ballnacht; die Gedanken zutiefst berührter Poeten, die ihre Liebe in den Mitternachtsstunden fanden. Oft sitze ich hier und berühre die alte Rinde der Bäume, fühle die Steine in meiner Hand und sauge die Geschichten ein, die sie mir zuraunen. Und sehr oft finde ich mich wieder, in diesen Geschichten, in den so verschiedenen Zeitaltern und in meiner Erinnerung. Vieles hat sich verändert, der Fortschritt ist unaufhaltbar und doch bleibt eines immer gleich oder wiederholt sich immer wieder aufs Neue: der Mensch an sich.

Die hektisch fahrenden Autos werfen ab und zu nervöse Lichtkegel an die alten Mauern.

Noch vor 200 Jahren fuhren Kutschen über die staubbeladene Brücke.

Galante Herren liefen neben ihren Damen, die graziös auf den Rücken der Pferde ritten und in die Burgresidenz durften nur geladene Gäste. Aber spätestens nach Einbruch der Dunkelheit wurde das Tor geschlossen. Noch eine Übernahme aus den Zeiten zuvor, als die Residenz als Staatgefängnis diente. Auf dem alten Marktplatz begann dann das nächtliche Treiben, während die Burgherren sich in Ruhe betteten, um sich der alltäglichen Aufgabe zu stellen, die Wirtschaft in diesem Erzbistum hoch zu kurbeln. Neben den Kornhäusern unterhielt die untere Burg ein Brauhaus, eine Brennerei und die Salzquellen. Auch noch heute dienen die Ruinen und die begehbaren Burgteile, der Wirtschaft und der Kultur, doch im Gegensatz zu früher ist immer Leben auf der Burg, selbst jetzt in der Nacht. Ich habe diese Zeiten genossen, doch das Hier und Jetzt macht es für mich einfacher.

Die Gefahren verkleinern sich, während meine Überlebenschance steigt.

Die Legenden verblassen.

 

Der Wind weht lau durch meine langen silbernen Haare und lässt mich leicht erzittern,  ich öffne die obersten Knöpfe meiner samtenen Bluse, um seinen Hauch auf meinen weißen Brustansätzen zu spüren.

Während ich mich an der Ruinenmauer zurücklehne, um dich anzuschauen, zünde ich mir eine Zigarette an. In dem Lichtfunken des Streichholzes kann ich für einen kurzen Moment erkennen, wie du mich ansiehst und dann wieder scheu deinen Blick in dein Heft zwingst. Ich weiß, dass du mich beobachtest, ich fühle es, mit jedem Atemzug von dir. Und das nicht erst seit kurzem. Vielleicht schreibst du jetzt, in diesem Augenblick, etwas über mich in dein Notizheft. Oder malst du? Zusammengekauert sitzt du in einer windgeschützten Ecke, von Efeu umrankt, von einer schwachen Laterne umgeben und betrachtest die Schönheit der Nacht. Und irgendwie kommst du mir so verloren vor und ich habe auf dich gewartet. Wie jeden Abend.

Und das bereits seit fast 2 Jahren. Solange beobachte ich dich schon.

Folgte dir ins Theater, Kino, Tanzveranstaltungen. Und du weißt es. Kannst du mich spüren?

Deine einsamen Momente auf meiner Ruine führen dich immer wieder zu mir. Doch kein Wort von uns zerstört die voyeuristische Atmosphäre der Neugierde. Wir lernen uns schweigend kennen. Nie habe ich dich aus meinem Blickwinkel verloren. Du stehst unter meinem Schutz, damit dir nichts passiert und ich dich unversehrt in meine Welt führen kann. Vieles braucht Zeit zum reifen. Und auf diesen Moment zu warten, diesen einzigen Augenblick, an dem es kein Zurück mehr gibt und ich deine heilige Kostbarkeit auf meinen Lippen spüren werde, wie sie langsam meine Kehle entlang rinnt und meinen Herzschlag zum pulsieren bringt, mir neues Leben schenken wird; diese Sehnsucht mit allen Zügen zu kosten, ja, dieses Begehren in der Seele zu spüren und zu wissen, bald ist dieser Zeitpunkt erreicht, das macht das Warten so süß.

 

♣♣♣♣♣

 

Endlich, der schrecklich helle Tag mit all seiner Hektik und den immer in Bewegung scheinenden Menschen geht zur Neige und ich finde meine Ruhe wieder, in der Geborgenheit der sanft leuchtenden Sterne.

Wie sehr ich es hasse in Mitten der Leute zu sein und doch die Einsamkeit zu fühlen.

Nicht ihren Ansprüchen zu genügen, weil ich anders bin.

Nicht laut und voller Tatendrang die Welt zu verändern, sondern still und leise, in mich gekehrt, in meiner Welt versunken. Mit all meinen Gedanken und Geschichten. Die ich liebe und versuche mit Worten leben zu schenken. Die man lesen kann. Oder besser noch- fühlen.

Das ist mein Traum vom Leben. Aber als angehende Schriftstellerin, wenn auch noch jung und unerfahren, kann ich dem ganzen Gesellschaftsheckmeck nicht entgehen.

Doch unter ihnen bin ich nur auf der Jagd. Der Jagd nach neuen Geschichten und Träumen.

Und ich bin nur dort, wohin mich meine Gedanken führen. Und seltsamerweise führt mich mein Weg immer wieder zu dir. Egal wohin mich meine Schritte tragen. Am Ende meines Weges sitze ich hier auf der Burg. Und auch wenn ich dich selten sehen kann, spüre ich deine Anwesenheit so sehr, dass es mich erschauern lässt. Wie jetzt. In diesem Moment. Verborgen im efeuberankten Mauerwinkel, mit dem Blick auf die Saale. Das Mondlicht schimmert auf ihren Wellen und das Treibgut fließt von hier ins Nirgendwo.

Wie meine Gedanken. Sie rasen hektisch, wie die Autos, durch die Nacht und die hellen Lichtkegel könnten deine Augen sein, die mich immer wieder für einen Moment erfassen, bis sie ein anderes Ziel gefunden haben. Kurzzeitig. Denn immer wieder kehren sie zu mir zurück. Ich kann es spüren, auch wenn ich oft mit dem Rücken zu dir sitze. Sie streicheln von meinen Hüften meine Wirbelsäule entlang und legen sich auf meine Schultern, um dann an meinem Nacken zur Ruhe zu kommen. Eigentlich kann ich es nicht leiden, wenn mich jemand so beobachtet. Dieses Unbehagen, das sich dann in mir ausbreitet. Aber deine Blicke stören mich gar nicht. Ich ertappe mich sogar oft bei dem Gedanken, dass sie mir angenehm erscheinen.

Sie schenken mir Frieden.

Und heute sitze ich nicht mit dem Rücken, sondern mit dem Blick zu dir. Deine silbernen Haare wehen im seichten Wind und eben hast du deine Bluse etwas geöffnet. Deine Brustansätze schimmern so lieblich. Dieser Anblick lässt mich begehren. Deine Augen funkeln mich an. Sie leuchten fast violett im Mondschein und unsere Blicke treffen sich. Sogar sehr oft. Mit einem Stück gepresster Kohle versuche ich deine Augen auf meinen Block zu bannen. Und heute, ganz besonders jetzt, erkenne ich in ihnen so ein Verlangen.

Was wird es für mich bedeuten? Dieses Verlangen?

 

♣♣♣♣♣

 

Ich spüre deine sehnsüchtigen Blicke auf meinen Brüsten und der Gedanke, dass sie dich entzücken könnten, gefällt mir. Ich kann dein Begehren riechen, dieser süße Duft, der mich den Moment ersehnen lässt, dich endlich zu berühren. Die Vorstellung, dass ich dann auch meine Lippen an deinen warmen Hals legen werde und meine Zähne sich tief in dein festes Fleisch graben werden, lässt mich erschauern. Und deine Unwissenheit über dein Schicksal macht dich so unschuldig und reizvoll. Aber vielleicht spürst du es ja schon? Die meisten Opfer von mir müssen sterben, ohne dass ich etwas für sie empfinde.

Nicht einmal Mitleid. Sie sind einfach nur Gefäße meines Lebenssaftes, die ich mir nehme, wenn ich die Schwäche in mir spüre. Doch bei dir ist es anders.

Deine kurzen schwarzen Haare; die Strähnen, die dir locker in die Stirn fallen, lassen dich frech aussehen und doch kann ich in deinen dunklen Augen einen melancholischen Schleier erkennen, der dich sanft umhüllt. Wenn ich wollte, könnte ich in dir lesen. Einfach das Tor deiner Seele passieren und in Sekunden erforschen, was deinen Blick so trübt. Doch ich tue es nicht. Weil ich es von dir erfahren möchte. Deine Stimme soll erklingen, damit ich mich in ihr wiegen kann.

Wenn ich dich einfach so töten wollte, hätte ich es längst getan.

Aber du bist zu etwas anderem auserkoren und die Entscheidung wird bei dir liegen. Und heute Nacht wird diese fallen. Fast tut es mir leid, denn die Zeit des Wartens, so unerträglich sie auch war, gab mir einen süßen Sinn. Heute Nacht wird alles vorbei sein. Oder anfangen. Das kommt auf dich drauf an. Und auf den Wunsch in deinem Herzen, den ich nicht zu lesen wage. Nein, den ich nicht einfach so lesen möchte.

Du faszinierst mich auf eine unbekannte Weise. Vielleicht ist es deine Art, wie du lebst, wie du denkst, der meiner Lebensweise ähnelt. Oder einfach, wie du dich mir näherst und dein Blick mich streift, so scheu wie ein kleines Reh. Oder dein Duft, der mich auf dich aufmerksam machte und mich in deine Nähe führte. Zuerst noch dieser entsetzlich süße Geruch der letzten Kindheitserinnerungen, doch jetzt endlich mit dieser sinnlichen Herznote einer jungen Frau. Eine Mischung aus Zartheit, Verführung und Unschuld.

Danach habe ich mich gesehnt. Nicht nach dem Blut eines Kindes, sondern nach dem einer erwachten Frau.

 

♣♣♣♣♣

 

Egal was ich auch tue, wohin ich gehe, mit was ich mich beschäftige, immerzu sehe ich deine Augen auf mich gerichtet. Selbst wenn die Meinigen geschlossen sind. Und auch wenn du nicht in der Nähe zu sein scheinst. Ich weiß, du bist da. Worauf wartest du? Welchen Zweck verfolgst du mit mir?

Und warum fühle ich mich nur in deiner Nähe so friedvoll?

Selbst jetzt. Du bist mir unheimlich und doch so vertraut, dass es mich beunruhigt, dich nicht in meiner Nähe zu spüren. Es ist wie Magie, die uns immer wieder zusammen führt.

Wie in meinen Geschichten, die ich schreibe. Und erst ganz langsam wurde mir bewusst, dass du die Hauptrolle darin spielst. Die dunkle Verführerin, die tapfere Beschützerin, die elegante Unbekannte, die meine Träume verzaubert. Die schöne Mörderin? Ich glaube, ich weiß, wer du sein könntest. Und was du mir auch bringen wirst, es wird besser sein als dieses triste Leben, das ich zu führen gezwungen bin.

Etwas hat sich in mir verändert. Die Gewissheit, dass etwas passieren wird, ist so stark in mir, wie nie zuvor. Es raubt mir den Verstand. Zu warten, bis der Moment gekommen, der die Geschichte verändern wird. Meine Geschichte. Ich warte auf dich. Hier und Jetzt.

 

♣♣♣♣♣

 

Du ziehst dir eine Zigarette aus deinem Etui, steckst sie zwischen deine roten Lippen und suchend kramst du in deinen Taschen nach Feuer. Meine Gelegenheit. In einem Atemzug stehe ich neben dir und halte die lodernde Flamme an die Zigarette. Du hast dich gar nicht erschrocken, wie alle meine Opfer, wenn ich einfach so von einem entfernten Punkt, aus dem Nichts auftauche und mich zu erkennen gebe.

Du lächelst mich sogar dankbar an und bietest mir eine von deinen an. „Wie heißt du eigentlich?“

Deine Stimme klingt wundervoll. Obwohl du nur leise gesprochen hast, klang es wie eine Arie sehnsüchtiger Symphonien. Sie erinnert mich an eine Opernsängerin, die ich damals, auf meiner Reise durch Venedig, im aufgehenden Mondlicht geliebt habe, bevor sie sich für die ewige Ruhe entschied.

„“Adrienne Dupres.“

Höflich verbeuge ich mich vor dir und nach alter Kavaliersschule hauche ich einen Kuss auf deinen warmen Handrücken. Ganz überrascht schaust du mich an, bevor du dich vorstellst.

„Ich bin…“

„Tamara“ beendete ich deinen Satz. Du nickst mich lächelnd an.

Du fragst nicht, woher ich deinen Namen kenne. Nicht warum ich dich beobachte.

Deine Fragen bleiben unausgesprochen.

Schweigend sitzen wir dann nebeneinander und rauchen in der Dämmerung. Unsere Blicke suchen Antworten auf unsere geheimen Fragen in dem letzten Funkeln des Sternenlichts. Nur ab und zu ist das Leuchten des glühenden Tabaks zu erkennen, wenn unsere gierigen Lippen das bittersüße Gift einsaugen. Bis du die Stille mit einer einzigen Frage unterbrichst, während du den Mond bewunderst, der langsam in der Morgenröte versinkt. „Ist der Zeitpunkt gekommen?“

 

Ich weiß nicht, woher du weißt…

Kannst du es spüren? Dass das Leben dich heute Nacht ein letztes Mal küssen wird?

Einige Menschen fühlen ihren kommenden Abschied, wenn sie sensibel genug dafür sind.

Doch die meisten, sind blind gegenüber ihren Sinnen.

Leben Tag ein und Tag aus vor sich hin, mit blinden Augen und tauben Ohren, handeln mechanisch und ich frage mich, wie sehr Mensch sind sie noch? Sie erkennen das Leben erst, wenn der Tod unmittelbar vor ihrer Türe steht und schreiend klammern sie sich an ihren letzten Funken Hoffnung zu leben.

Ist es nicht erbärmlich?

Ihre Sinne, mit denen sie die Welt in ihrer ganzen Pracht und schönen Grausamkeit betrachten könnten, verkümmern, während sie stumm durch den Strom der Trägheit ziehen und ihren nicht wahr gewordenen Träumen hinterher weinen, anstatt zu leben.

Doch du bist nicht so. Du lebst jeden deiner Sinne und ich glaube, deswegen ist auch soviel Schmerz in deinen Augen. Durch deine Augen möchte ich die Welt sehen. Wie ist sie für dich? Auch trist und grau, wie für mich? Oder kannst du mit deinem Lächeln meine Welt bunt zaubern?

 

Ich nicke dir lächelnd zu und führe dich an der Hand in die Burgruinen, durch alte, nach Moder riechende Kellerverliese und öffne mit unbeschwertem Handgriff einen versteckten Schalter, um eine schwere Geheimtüre zu öffnen, die in meine Gemächer führt. Tief unter der Burg. Seit Jahrhunderten unentdeckt und gesichert. Noch nie zuvor habe ich jemanden Zutritt in mein Reich gewährt. Deine Hand zittert. Ich weiß nicht, ob du ahnst was auf dich zu kommen wird. Ob du deshalb zitterst. Warum du dich hier her führen lässt. Warum du nicht schreist oder zu fliehen versuchst. So wie meine Opfer, die nach ihrem Leben schreien, dass sie nicht verdient haben. Wie sie röcheln und bitten und flehen. Um zu leben.

Ein Leben, was sinnlos an ihnen vorbei zieht. Was sie nicht verlieren möchten, wollen.

Selbst der letzte Atemzug schreit nach dem Leben, das sie nie hatten. Aber du – du bist ruhig. Du schreist nicht, bettelst nicht erniedrigend um Gnade, sondern nimmst meine Hand.

Einen Moment lang glaube ich sogar, dass du mich führst und nicht ich dich.

Du presst dich sogar an mich und deine Wärme umhüllt meinen kalten Leib.

 

♣♣♣♣♣

 

Er ist da. Der Moment, auf den wir beide so sehnsüchtig warten. Ich weiß nicht, wohin du mich führen wirst und was es für Konsequenzen haben wird. Doch ich will mit dir gehen. Ich bin dieses Leben so leid.

Tag ein und Tag aus dieselben Handlungen, dieselben Gesichter zu sehen, voll mit Egoismus und Gleichgültigkeit. Es ist kalt in dieser Welt und niemand der mir Wärme schenkt. Wirst du es denn tun? Kannst du mir eine andere Welt zaubern? In der die Sonne nicht so grell sticht und die grausame Wirklichkeit zu hell erscheinen lässt?

Eine Welt, in der die Farben nicht nur aus menschengemachten Einheitsgrau bestehen, sondern aus Regenbogenfarben? Wenn du mich berührst, sei es nur für einen kurzen Augenblick, dann kann ich eintauchen, in deine Seele. Auch sie kennt die Traurigkeit, wie die Meine. Und die Einsamkeit.

Ich spüre deinen Atem, er ist aufgeregt. Fast gleicht er meinem.

Ein Schalter. Und die Mauer bewegt sich. Warum habe ich ihn nie zuvor gesehen?

Dabei war ich doch schon tausendmal hier. Aber nie war es so dunkel wie jetzt.

 

♣♣♣♣♣

 

Deine Hand umklammert die Meine, als wir von der Dämmerung in die völlige Dunkelheit gleiten.

Im Gegensatz zu dir, kann ich in tiefster nächtlicher Schwärze sehen und die Gegenstände fühlen, die sich mir in den Weg stellen können. Und so zünde ich, in nur einem Wimpernschlag von dir, sämtliche Kerzen an, die den Raum sanft erhellen und ziehe dich auf mein samtumhülltes Bett. Ich weiß nicht, wie die Menschen darauf kommen, dass wir uns in steinernen Sarkophagen zur Ruhe betten.

Ein Himmelbett ist doch viel angenehmer. Und dort liegst du nun.

Und ich kann meine Augen nicht von dir abwenden.

Nie zuvor habe ich schöneres erblickt. Und jetzt nicht einfach so von dir zu trinken, mit all den Überlebens-urinstinkten, sondern dich zärtlich und behutsam zu lieben, das kostet Kraft und Geduld. Vorsichtig lege ich mich neben dich und streichle dir eine Strähne aus dem Gesicht. Deine Augen sind geschlossen, unterdessen deine Brust sich schnell vor Aufregung hebt und senkt. Meine Finger berühren sanft deine Lippen, öffnen deinen Mund und deine Zunge leckt mir über die Fingerspitzen, dass es mir eine Gänsehaut auf den Körper zaubert. Gleichzeitig befreie ich uns von dem Gewand, das mir auf einmal so hinderlich erscheint.

Dein wunderschöner Körper schimmert zart im sanften Licht der Kerzen und mein Mund hat die Reise schon begonnen, dich zu erforschen. Dein Duft ist nun viel intensiver, unschuldiger, als ich in Erinnerung habe. Er führt mich auf neue Pfade sinnlicher Begierde.

Während deine Hände meine weißen Brüste streicheln, sie liebkosen und massieren, sauge ich an deinen aufgerichteten Brustspitzchen, um dir ein leises Stöhnen zu entlocken. Meine Finger finden den Weg zu deinen Schenkelinnenseiten, die nun unter meinen Berührungen erzittern.

Dein Atem geht so schnell und deine Haut glüht wie die Sonne.

Für einen Moment habe ich die Befürchtung, die Hitze die sich mir entgegenströmt, könnte mich verbrennen.

Und während ich dich auf sanfte Weise reize und mit dir spiele, versinken wir zu einem leidenschaftlichen Kuss, um dann mit aller Zärtlichkeit in deine Nässe einzutauchen. Deine Schenkel umschlingen meinen nackten kalten Körper, ziehen mein Fleisch wild und doch sanft und bestimmend eng zu dir , wollen sich auf immer verbinden auf immer mit meiner kalten Lust

Unser Keuchen passt sich dem Rhythmus der Bewegungen an und lässt den Raum in andere Sphären schweben. Langsam lecke ich dir über deine pulsierende Halsschlagader und ritze meine Zähne in dein warmes Fleisch, bis einige Blutstropfen aus der Wunde bis zu deinem Schlüsselbein perlen und letztendlich von meiner Zunge gefangen werden. Du stöhnst laut auf und ich weiß nicht, ob es der Schmerz war oder deine Lust, die deine Hände in meine Hüfte krallen lassen. Welch ein Unterschied zwischen uns beiden. Du so voller Leben und Wärme, die durch deine Adern rauscht und deine Haut mit einem blassrosa Teint, während ich weißem Alabaster gleiche. Makellos wie eine feingeschliffene Statue. Unscheinbar und wirkungslos. Aber du, du bist einfach wunderschön.

Und wie wundervoll wirst du erst aussehen, wenn das Mondlicht durch deine Adern fließen wird.

Meine Zunge wandert von deinen Brüsten zu deinem Bauch, auf jeden Millimeter hinterlasse ich kleine Küsse, um dann endlich mit meinen Lippen in deinen Schoß zu sinken. Dein Duft und der liebliche Geschmack frischen Blutes betören meine Sinne, dass ich dich in meiner Gier zerreißen könnte.

Und je wilder meine Zunge den Takt anschlägt, umso leidenschaftlicher singst du dein Lied der Ekstase, Macht und Ohnmacht. Bis dich die Wellen der Erlösung so sehr erschüttern, dass ich zum ersten Mal begreife, was es bedeuten könnte, sich mit ganzer Seele fallen zu lassen.

 

♣♣♣♣♣

 

Oh mein Gott, meine Haut brennt. Jede Faser, die du berührst und küsst.

Und etwas in mir schreit nach mehr. Meine Sinne bersten vor Verlangen und nie zuvor habe ich die Vollkommenheit in mir gespürt. Warum erst jetzt? Warum musste ich solange warten, um das Leben zu spüren. Wie es sich in mir verteilt, in jede Zelle sauge ich deine Lust.

Und meine. Spüre wie sie zu unserer wird. Mein Blut, wie es rauscht in dieser Ekstase.

Du bist so wundervoll. Deine Berührungen sind so zärtlich, als ob ich zerbrechen könnte. Ich sehne mich nach dir, unendliche Verbindung der Lust wartet auf uns.

Und der kurze Schmerz, als deine Zähne meinen Hals leicht verwundete, er war so süß, so lustvoll, dass es mir fast den Atem nahm. Und ich fühle mich, als ob ich fliegen könnte. Auf deinen schwarzen Schwingen, durch die Nacht, in die Symphonien unserer Gelüste. Ich falle und ich schwebe.

Ich könnte weinen, so tief berührst du mich. Ich möchte in dich fallen, mit dir verschmelzen, zu eins werden. Halt mich fest. Drück dich an mich. Bitte. Dein Atem, er kitzelt auf meiner Haut. Und deine Haare, die sanft wie eine Feder über meinen erhitzen Leib streichen. Wie konnte ich zuvor nur leben? Ohne diese Gefühle? Deine Haut, so schimmernd weiß, ich hätte nie gedacht, dass sie so weich sein kann.

Und dein Duft. Ich habe immer geglaubt, Mondkinder riechen nach nichts. Aber du, dein Duft lässt mich vergessen und nur noch verlangen. Lässt mich das Unmögliche begehren. Und doch weiß ich, dass du es mir schenken kannst. Das Unmögliche. Weil ich es so will. Weil du es so willst. Bitte, warte nicht länger, sondern nimm mich. Jetzt flehe ich doch. Und ich bitte und bettele. Und die Furcht lässt mich etwas erstarren. Aber ich kann nicht mehr länger warten.  Zeig mir deine Macht…ich will dich spüren.

Deine Stimme, wie sie leise zu mir spricht. Du hüllst mich ein in Zärtlichkeit.

Hör auf zu fragen. Spürst du es denn nicht, dass ich dich will? Mit ganzer Seele? Mit all meiner Lust und Gier ?

 

♣♣♣♣♣

 

Stunden sind nun schon vergangen und unzählige Male durfte ich deine Lieder hören, die mein tot geglaubtes Herz auf das Liebevollste berühren. Stunden voller Ungeduld und sehnsüchtigem Begehren.

Aber jetzt ist er da. Der Moment, der alles verändern wird.

Ich war in deinem Alter, als ich mich entscheiden durfte. Und nun, 731 Jahre später, werde ich es in deine Hände legen, wie die Zukunft aussehen wird. Ich knabbere noch kurz an deinen Ohrläppchen, genieße dein letztes menschliches Stöhnen und während ich mich an deinen Hals schmiege, hauche ich dir die Frage aller Fragen ins Ohr:

„Sag mir, möchtest du Leben oder Sterben?

Ist es der Wunsch zu Leben, der in deinen Augen aufblitzt?

Oder doch die Sehnsucht nach dem Tod?

Du kannst dich entscheiden.“

Dein Herz rast, ich kann es spüren. Dein Blut, das ganz langsam durch deine Venen gepumpt wird und der Klang, der mich berauscht. Ich fühle deine Angst, die dich lähmt und hinter dem Schweigen deiner Augen kann ich dein Verlangen lesen. Dem Verlangen nach mehr.

Aber nach was verlangst du?

„Überlege es dir gut. Denn es kann nicht rückgängig gemacht werden, egal wie du dich entscheiden wirst. Beide Wege bedeuten deinen Tod, doch nur einer führt zu einem neuen Leben.“

Dann streichelst du mir zärtlich über mein Gesicht, bis du mein Kinn anhebst, um mich anzuschauen. Deine Augen blicken tief in die Meinigen. Ein einziger Blick, der alles sagt, was schweigend über deine Lippen kommen möchte.

Du löst deinen Blick von mir und deine Zunge kostet dein Blut von meinen Lippen, spielt mit meiner Zunge, streichelt vorsichtig sanft über meine scharfen Fangzähne, um dann ungeduldig an meinen Lippen zu saugen, bevor du mir dann die leicht blutende Wunde an deinem Hals erneut offenbarst.

Doch diesmal werde ich deine Haut nicht nur anritzen. Während ich meine Zähne tief in deine Adern bohre, meine Lippen diese Quelle umschließen, dein Blut schneller als vorher sich den Weg an die Oberfläche bannt und ich in den Rausch des Durstes falle, gräbst du wimmernd deine Fingernägel in meinen Rücken, dass es auch mich fast vor Schmerz zerreißt.

Doch einen süßeren Schmerz habe ich nie erlebt.

Mit aller Macht drücke ich deinen Schoss fest an mich, damit wir uns spüren,

fühle wie deine feuchten Lippen sich öffnen, deine Knospe der Lust in mich eindringt, blutgefüllt erigiert und unsägliche Lust breitet sich aus in meinem Schoss, du bist meine Braut geworden, meine Braut für die Lust und die Ewigkeit.

Und als dein letzter Blutstropfen die Wunde verlassen will, dein Herz zum letzten Mal schlagen möchte, deine Seele nun schon über uns schwebt und deine Kräfte nur noch schwach in deiner Aura leuchten, biete ich mich dir an.

Dass du dir das nimmst, was ich dir zuvor genommen habe, was dich leben lassen wird, die Essenz allen Lebens, dein Blut, in meinen Adern.

In dem Augenblick, in dem wir beide Eins werden, unser Blut sich mischt und die Geschichten, die unsere Seelen sich erzählen, unsere Herztöne, die zusammen im Takt schlagen, in diesem Augenblick kennen wir die Ewigkeit. Und zum ersten Mal wissen wir beide die Bedeutung von Liebe, die uns von nun an verbinden wird.

Hier in dieser Stadt, in dieser Burg und ihrer Ruine, mit der wunderschönen Aussicht auf die sich langsam dahin schlängelnde Saale, mit dem immer zu bewegenden Treibgut und den vollmondbeschienenen Nächten, die zum Jagen einladen, mit all den Touristen, den Paaren und den Menschen, die unser Leben erhalten werden.

Minuten noch Liebste und wir werden Eins sein für alle Ewigkeit in Lust.

 

Original in German © by Cindy Förster ( aka Tamara )

 

 

 

English Translation 08.05.2014 © by Nicoletta Iveta de Vries

 

 

 

© Cindy Förster ( aka Tamara )

 

 

 

+ + + 

 

The Lover of the Night

 

( Adrienne Dupres & Tamara )

 

 

The full moon decorates a dark firmament , clouds are glowing brightly and the stars shine clear in this cool summer night. I’m sitting on the rock edge of the old castle Giebichenstein and enjoy the beautiful view of the , then slowly meandering , Saale .

The flow plays gently with the flotsam until the waves swallow it , to guide it a few moments later to the surface again .

 

A wonderful view , which attracted even all times earlier poets and painters, which are writing hymns about this beautiful medieval city and its sights banished in oil.

Today sightseeing there especially younger couples who likes to fantasize about their own living in older times ; tourists who keep entranced their cameras in hand and look for snapshots out and in addition to the students, there are many other people who are here a place to relax find or follow their urge to discover . Every old tree, every single stone of the castle has to tell its own story, if you listen closely . The tragic love story of a lovesick Landgrave , and the blood-soaked soil with the tears of grieving women to their husbands in the cruelty of the prison , and the lilting dance steps young nobleman on the floor in a colorful ball night , the thoughts deeply touched poets who found their love in the midnight hours . Often I sit here and touch the old bark of the trees , feel the stones in my hand and suck the stories , which they whisper to me. And very often I find myself in these stories , as in the different ages and in my memory. Much has changed , the progress is unstoppable , yet one thing remains the same or is repeated again and again : the man himself .

The hectic moving car throw from time to nervous light cone on the old walls .

Even 200 years ago, carriages drove on the dust-laden bridge.

Galante men ran beside their ladies who rode gracefully on the back of a horse and the castle residence only invited guests were allowed . But at least after dark , the gate was closed. Even a transfer from the times before, when the residence served as a state prison. In the old market then began the nocturnal goings , while the lords themselves embedded in peace to face the everyday task of stimulating the economy high in this Archdiocese . In addition to the granaries , the lower castle ran a brewery , a distillery and the salt springs . Even today are the ruins and the walk-in parts of the castle , the economy and culture, but in contrast to earlier is always life in the castle , even now at night. I enjoyed these times , but the here and now makes it easier for me. The dangers downsize while my chance of survival increases.

The legends fade.

 

♣♣♣♣♣

 

The wind is blowing softly through my long silver hair and makes me tremble slightly , I open the top buttons of my velvet blouse to feel its breath on my white cleavage.

While I lean back at the ruin wall to look at you, I light up a cigarette. In the spark of the matches light I can see how you look at me and then back shyly forcing your eyes in your notebook for a brief moment . I know that you’re watching me , I feel it with every breath of you. And not only recently. Maybe you’re writing now, at this moment , something about me in your notebook . Or are you drawing ? Huddled you sit in this sheltered corner , entwined with ivy, surrounded by a weak lantern and looking at the beauty of the night. And somehow you seems quite lost and I’ve been waiting for you . Like every night and this for almost 2 years. As long as I’m watching you , followed you into theater , cinema, dance events. And you know it. Can you feel me?

All your lonely moments on my ruin always guiding you back to me . But never with only word we destroyed the voyeuristic atmosphere of curiosity. Always we meet each other in silence. Never I lost you out of my watching eyes. And always these times you was under my protection so nothing happens to you and I could lead you softly and intact into my own world . Much things needs time to mature . And to wait for this moment , this only moment where is no retturn and I’ll feel your sacred treasure on my lips as she slowly my throat runs along and pulsate my heartbeat brings me will give new life ; these longing with all trains to cost , yes, to feel this desire in the soul and to know soon this time is reached, which makes the wait so sweet.

 

♣♣♣♣♣

 

Finally , this terribly bright day with all of its hustle and bustle and the ceaseless moving people is running low and I find my peace again , in the security of softly glowing stars.

As much as I hate to be in the midst of the people and yet to feel the loneliness.

Not to meet their needs , because I’m different .

Not loud and full of energy to change the world , but still and quiet , introverted to myself , lost in my world. With all my thoughts and stories. I love and try to give to live with words. The you can read . Or better yet – feel .

This is my dream of life . But as a budding writer , though still young and inexperienced , I can not escape the whole Gesellschaftsheckmeck .

But among them I ‚m just on the hunt . A hunt for new stories and dreams.

And I ‚m just there, where I lead my thoughts. And strange enough, brings me my path again and again to you. No matter where I set my steps . At the end of my journey I am sitting here at the castle. And even if I can see you often , I feel your presence so much that it makes me shiver . Like now . At this moment. Hidden in the ivy-covered wall angle , with the view of the river Saale . The moonlight shimmers on their shafts and floating debris flows from here to nowhere.

As my thoughts. They rush frantically , like the cars , through the night and the light beam could be your eyes that capture me again and again for a moment, until they find another target. Short term . Again and again they return to me. I can feel it , even if I often sit with his back to you. You caress my hips along my spine and lie down on my shoulders , and then come to rest on my neck . Actually, I dont like it if someone is watching me this way . This discomfort , if its propagates of me. But the way you watching me doesn’t bother me . I find myself often even at the thought that they appear pleasant to me .

You give me peace.

And today, I ‚m not sitting backside but in front of you. Your silver hair is blowing in the wind and you just opend your blouse slightly . Your cleavage shines very lovely . A wonderful sight that desire me. Your eyes sparkle at me. They shine almost purple in the moonlight and our eyes meet . Even very often. With a piece of coal squeezed your eyes I try to capture on my block . And today , especially now that I recognize in them such a request in me, what will it mean for me ? Your desire ?

 

♣♣♣♣♣

 

I feel your longing glances at my breasts and i like thoughts about they could delight you. I can smell your desire, this sweet scent that makes me long for the moment to touch you at last . The idea that I will put my lips on your neck warm and my teeth will dig deep into your firm flesh lets me shiver . And your ignorance of your destiny makes you so innocent and sexy . But perhaps you feel it already ? Most victims of me must die without me feel something for them. Not even pity. They are just vessels of my life juice that I take when I feel the weakness in me. But with you it’s different.

Your short black hair , and some loosely strands that fall over your forehead let you look naughty and yet I can see in your dark eyes a melancholy veil that envelops you gently . If I wanted , I could read in your mind. Simply pass the gate of your soul and explore in seconds, which obscures your view so . But I do not. Because I want to hear it from you. Your voice should be heard , so I can weigh myself in her.

If I wanted to kill you just like that, I could have done it long ago .

But you’re something else chosen and its your decision then and tonight will drop this . Just I’m sorry , for the time of waiting, so unbearable it was , all the times gave me a sweet sense. Tonight will be all over. Or start. That ’s up to you on it. And the desire in your heart , I do not dare to read. No, I do not just want to read that.

You fascinate me to an unknown manner . Maybe it ’s your way , how you live , how do you think that is similar to my life. Or simply , how you approach me and your view passes me so shy like a little deer. Or your scent that made me pay attention to you and led me near you . First, even this horrible sweet smell of your childhood , but now finally with this sensual heart note of a young woman . A mixture of tenderness , seduction and innocence. After that I have longed . Not for the blood of a child , but after an enlightened woman.

 

♣♣♣♣♣

 

No matter what I do, where I’m going with what I am concerned , all the time I see your eyes on me. Even if the mine is closed. And even if you do not seem to be in the vicinity. I know you’re there. What are you waiting for? What purpose do you persecute me?

 

And why do I feel so peaceful just in your neighborhood?

Even now . You are uncanny to me and yet so familiar that it worries me not to feel you close to me . It’s like magic , which leads us back together. As in my stories that I write. And only very slowly became aware that you are playing the main role in it. The dark seductress , the brave protector , the elegant stranger that enchants my dreams. The beautiful murderess ? I think I know who could be you . And what will you bring me , will it be better than this dreary life I am forced to lead ? Something you changed in me. The certainty that something will happen is so strong in me like never before . It takes my mind. To wait until the time has come that will change history. My story . I wait for you . Here and now.

 

♣♣♣♣♣

 

You you pull a cigarette out of your case , you ‚re stuck between your red lips and looking you’re searching in your pockets for the lighter . My opportunity, in just a second I’m standing next you and give you a blazing flame to your cigarette. You’ve not scared, as all my victims , so if I just emerging from a remote point , out of nowhere and admit recognize me. You smile at me even gratitude and offer me one of yours . “ What is your name ? „

Your voice sounds wonderful. Although you have only spoken softly, it sounded like an aria of longing symphonies. It reminds me of an opera singer , I have loved her on my journey through Venice, in the rising moonlight before she opted for her rest and eternal life .

 

“ Adrienne Dupree . „

I politely bow to thee , and according to old school gentleman I breathe a kiss on your warm hand back. Quite surprised you look at me before you introduce yourself .

„I am … “ “ Tamara “ I finished your sentence . You nod at me and smiled . You do not ask how I know your name . Not why I watch you . Your questions remain unspoken.

Silently we sit next to each other and smoking at dusk. Our eyes seek answers to our secret questions in the last twinkle of starlight . Only now and the glow of the burning tobacco is to recognize when our eager lips imbibe the bitter sweet poison . Until you break the silence with a single question , while you admire the moon, which is slowly sinking into the dawn .

 

„Has our time come now ?“

 

I do not know how you know … Can you feel it life tonight will kiss you the last time ? Some people feel their upcoming farewell , if they are sensitive enough for it.

However, most of them are blind to their senses. Life day in and day out in front of him , with blind eyes and deaf ears , act mechanically and I wonder how much they are still human ? You know life only when death is directly in front of her door and screaming they cling to their last hope to live . Is not it pathetic ?

Your senses with which they could see the world in all its splendor and beautiful cruelty wither , while they silently move through the power of inertia and their cry not come true dreams behind , rather than to live .

 

But you’re not like that. You live your every sense and I think that’s why is so much pain in your eyes. Through your eyes I want to see the world. How is it for you? Also drab and gray as for me? Or you can conjure up colorful my world with your smile ?

 

I nod , smiling to you and lead you by the hand into the ruins and through old , smelling of mildew basement dungeons and open -hearted handle with a hidden switch to open a heavy secret door that leads to my quarters . Deep beneath the castle. For centuries, undiscovered and secured. Never before have I granted someone access to my kingdom. Your hand trembles . I do not know if you can guess what will come to you . Whether you therefore tremble . Why do you let her lead you here. Why do not you scream or try to escape. Just as my victims , crying for their lives that they do not deserve . How do they groan and beg and plead . In order to live . A life , which attracts pointless past them . What they do not want to lose want. Even the last breath crying out for the life that they never had. But you – you’re quiet. You scream not , not demeaning begging for mercy , but take my hand . And for a moment I even think that you lead me and not I you.

You cuddle close to me and the warmth of your body even warmth my cold breast.

 

♣♣♣♣♣

 

Here we go. The moment we both waiting so long time ago has come . I do not know where you’re going to lead me and what will be the consequence of all. But now I will go with you, I’m so sad about all this life . All days long same bothering actions , see same faces , full of selfishness and indifference. It’s cold in this world and no one ever before gave me warmth like you . Are you going to do? Can you conjure me to another world ? In the sun is not so bright stands and the cruel reality it too bright ?

 

A world in which the colors consist not only of man-made uniform gray , but made with rainbow colors? If you touch me , if only for a brief moment , then I can dive into your soul . It also knows the sadness as mine. Here a switch and the wall moves . Why i never had seen it before and was here about a thousand times before ? . But it has never been as dark as now .

 

♣♣♣♣♣

 

Your hand is clutching mine, as we glide from dusk into total darkness.

Unlike you , I can see in the deepest nocturnal blackness , and can feel all items that could stand in my way .And just in a blink of you i light all 500 candles here to illuminate the bedroom softly and lead you softly to my bed covered with blue velvet . I do not know how people think about we undead embed ourselves in stone sarcophagi to rest.

A canopy bed is much more comfortable. And there you are lying now. And I can not turn away from you my eyes.

 

Never before i have had seen more beauty. And now not so easy to drink from you , with all the survival instincts , but to love you tenderly and carefully , which takes strength and patience. Carefully, I lay down beside you and caress you hair out of your face. Your eyes are closed, in the meantime your chest quickly raises and lowers with excitement . My fingers gently touch your lips , open your mouth and your tongue licking over my fingertips, while i get goose bumps about over my whole body. At the same time I unwear from my garment which appears as hindrance at once and also softly undress you.

 

Your beautiful body shines gently in the soft candlelight and my mouth already begun to explore your body. Your scent is now much more intense , more innocent as I remembered. It leads me in the paths of new lust . As your hands touch my white breasts , caress and massage them , I suck your erected Nipples to elicit you soft moaning . My fingers find their way to your inner thighs , onto your soft outer labia, under my tender massage going to be more wet and open for my tender fingers. Your breath is fast and your skin glows like the sun. For a moment, I fear that the heat which flows opposite to me , could burn me . And while I’m incentives you in a gentle way and play with you , we sink into a passionate kiss, landing him with all the tenderness in your wetness. Your legs wrapped around my naked cold body , pulling my flesh and wild yet gentle and decisive close to you want to connect to always always with my cold lust.

 

 

Our wheezing adapts to the rhythm of our movements and let’s float in a room of other spheres. Slowly I lick you about your pulsating artery and carve my teeth into your warm flesh until a few drops of blood bubbled up to your collarbone and finally captured by my tongue. You moans loudly and I even don’t know was it your pain of desire , let your hands clawing deeply into my hip. What a difference between the two of us . You so full of life and warmth that rushes through your veins and your skin with a pinkish complexion , while I like white alabaster . Immaculately like a finely honed statue. Inconspicuous and ineffective. But you , you’re just beautiful.

I just think about how wonderful you’ll look in future if only silvery moonlight will flow through your veins .

My tongue wanders from your breasts to your belly, every inch I leave little kisses of lust , and then finally my lips go into your lap . Your scent and the sweet taste of fresh blood beguile my senses that I could tear you in my greed.

And the wilder my tongue strikes the clock , the more passionate you sing your song of ecstasy, power and powerlessness . Until you shake the waves of salvation so much that I realize for the first time what it might mean to let go with all your soul .

 

♣♣♣♣♣

 

Oh my God , my skin is burning. Each fiber you touched softly and kissed .

And something in me screams for more. My senses are bursting with desire and never before I felt these perfection in me. Why only now ? Why did I wait so long to feel life . As it should be distributed in me, in every cell I suck your lust .

And mine. Feel how it is become to ours. My blood as it rushes in ecstasy.

You are so wonderful. Your touch is so tender, as if I might break . I long for you , infinite connection of pleasure awaits us.

And the brief pain when your teeth wounded my neck slightly, it was so sweet, so pleasurable that it almost took my breath away . And I feel as if I could fly . On your black wings , through the night, in the symphonies of cravings. I’m falling and I’m floating .

I could cry , so deeply you touched me . I want to fall in love with you , merge with you , become one. Hold me tight . Express yourself to me. Please. Your breath , he tickles on my skin. And your hair, gently like a feather over my body heat stress . How could I have previously only live? Without these feelings? Your skin , so gleaming white , I never thought that it can be so soft .

And your fragrance. I have always believed , Moon childs smell like anything. But you , your scent makes you forget me and ask just yet. Makes me crave the impossible. And yet I know that you can give it to me. The impossible . Because I want it that way. Because you will. Please , don’t wait longer , but please take me . Now I beseech yet . And I beg and beg . And fear makes me solidify something . But I cann’t wait any longer. Show me your power … I want to feel you . Your voice as she speaks softly to me . You cover me in tenderness.

Listen to ask . Do not you feel it, then, that I want you ? With all your soul ? With all my lust and greed ?

 

♣♣♣♣♣

 

Hours have passed away and allowed countless times I hear your songs that touch my heart dead presumed lost the most loving . Hours of impatience and longing desire.

But now it ‘s time to go on . The moment who will change everyting will come now .

I was your age , when I was allowed to choose. And now, 731 years later , I’ll put it in your hands , how the future will look like. I nibble your earlobe shortly , enjoy your last human groans and while I snuggle me of your neck, I breathe you pop the question in his ear :

“ Tell me you want to live or die ? Is it the desire to live , which flashes in your eyes ?

Or the desire for death? You can decide yourself . „

 

Your heart is racing , I can feel it. Your blood, which is slowly pumped through your veins and the sound that intoxicates me . I feel your fear that paralyzes you and behind the silence of your eyes I can read your request . The craving for more .

But after what you ask ?

 

“ Think it over well . Because it can not be undone , no matter how you ‚ll decide . Both ways mean your death , but only one leads to a new life . „

 

Then you caressing tenderly my face until you lift my chin to look at me . Your eyes look deep into mine . One look that tells it all , what would come upon thy lips in silence.

You can release your eyes from me and your tongue will cost your blood from my lips , playing with my tongue, caressing gently gently over my sharp fangs , and then impatient to suck on my lips , before you tell me what it is the easy bleeding wound again on your neck revealest .

 

But this time I will not only scarify your skin. While I was deep drill my teeth into your veins , my lips enclose this source , your blood is dispelling faster than before the way to the surface and I fall into the noise of thirst , you dig your nails into my back whimpering that I am also tears almost in pain. But a sweeter pain I have ever experienced .

 

With all my power I press your lap tightly to me , so that we feel we feel like your wet labia parts , your bud of pleasure enters me , erect blood filled and unspeakable joy spreading in my lap , you have become my bride , my bride for joy and eternity.

And I will leave as your last drop of blood the wound , would your heart beat for the last time , your soul now hovering just above us and your powers shine no light in your aura , I offer myself to you.

 

The fact that you take what I have taken from you before, which will let you live , the essence of all life, your blood in my veins .In the moment in which we are both One, our blood mixes and the stories our souls tell which, our heart sounds , the beat together in time , at this moment we know eternity. And for the first time, we both know the meaning of love that will bind us from now on .

 

Here in this city, in this castle and its ruins , with an amazing view of the slowly then meandering Saale , with the always moving flotsam and the full moonlit nights , perfect for hunting, with all the tourists , the couple and the people obtained our lives.

Minutes my sweetheart and we will be ONE for all eternity in pleasure.

 

♣♣♣♣♣

 

 

Original in German © by Cindy Förster ( aka Tamara )

 

English Translation 08.05.2014 © by Nicoletta Iveta de Vries

 

 

 

 

 

 

 

 

Standard

Statue Love

fels

lippen küssen glut
für zwei in den kalten fels:
wann tut er sich auf?

_____

nacht

in der nacht allein
wird mein herz heiß vor sehnsucht
nach unserm lager.

_____

picknick im bett (1)

begib dich ins tal
zu den apfelzwillingen
und spiel mit ihnen!

_____

picknick im bett (2)

schmeck die vanille!
in der tiefe der poren
findest du mein gold.

_____

picknick im bett (3)

wilder zungenschlag!
der wein der lust ist silbern
öffne mich und trink!

_____

meine seele liebt
den, der nicht bei mir sein will:
die sonne ist stumm.

_____

meine hand ist warm
auf der haut aus eisblumen
hör! der buchfink singt!

_____

ich teile mich auf
in tausend kleine stücke
will nicht zerbrechen.

_____

zärtliches murmeln
im wald der stillen stunden
du knickst den zweig.

_____

die mitte finden
in ihr baden und brennen
ist die erfüllung.

_____

aug in aug mit dir
denn alles, was wir sehen
haben wir für uns.

_____

so tief ausgefüllt
bäumt sich mein leib zum himmel
du zwingst mich nieder.

_____

der vogel schraubt sich
hoch ins auge des orkans
der wälder abknickt.

_____

zitterndes feuer
lässt meinen leib erbeben
du schürst mit küssen

_____

das meer ist gespannt
ob es erfüllung findet
ich öffne den mund.

_____

scheinkeusch war ich nie
nur wählerischer als du
bei der begattung.

_____

na ja, es passt nicht
du so kühl, ich so glühend
komm! ich wärme dich!

_____

ich will auswandern
ins land des pochenden glücks.
du bist mein visum.

_____

©  by  Gabriella Wollenhaupt

Senryus

Bild